Ernsthaft

Foto Flohmarkt Zürich

War das ein toller Samstag! Rund 500 Leute sind an den 1. Foto-Flohmarkt von “Foto-Ernst” gekommen – wir sind immer noch begeistert vom grossen Ansturm. Danke allen herzlichst, die sich für den Foto-Schatz von Fritz Ernst interessieren und geduldig in der Schlange gewartet haben!
Auch am 2. Foto-Flohmarkt am  kommenden Samstag, 9. April von 11-17 Uhr werden wieder viele neue Trouvaillen aus dem Analog-Schatz von Fritz Ernst zu finden sein.Für die nächsten beiden Flohmärkte am 9. und 16. April sichten wir laufend Artikel aus dem grossen Lager und füllen damit  die Gestelle im Haus «Foto-Ernst» wieder auf, damit es auch am zweiten un dritten Flohmarkt noch viel Neues zu entdecken gibt.

Übrigens: Einige haben sich vielleicht über den Eintritt zum Flohmarkt im Haus (5.-) gewundert. Dieser Betrag geht an den Verein «Foto-Ernst» der sich in unermüdlicher Freiwilligenarbeit um den unglaublichen Foto-Fundus von Fritz Ernst kümmert. Die Sachen werden sortiert, die Schätze werden aufbewahrt und im Rahmen der Manifesta 11 einem grösseren Publikum zugänglich gemacht.

Wir freuen uns auf euren Besuch am Flohmarkt am Samstag und grüssen herzlich,

Team «Foto-Ernst“

        
Ein ganz besonders teilenswerter Kommentar zum Projekt und letzten Flohmarkt von Gianni Felicioni, unserem Fachexperten für analoge Fotografie: 

Nachdem Herr Ernst erkrankt ist, blieb der Laden einfach geschlossen. Und zig tausende Zürcher, welcher jeden Tag an der belebten Stelle vorbeikamen, fragten sich immer, was mit dem Laden los ist. Grundsätzlich ist anzumerken, dass sich finanziell nicht viele Ladenbesitzer das selbe hätten leisten können. Herr Ernst aber schon, ihm gehörte ja schliesslich das Haus.

Die Initiantin, Nicole Gerber, eine ehemalige Angestellte von mir, war von diesem Laden fasziniert, wie manch anderer auch. Sie selber wohnt ja im gleichen Kreis. Und die Ware im Schaufenster wurde von der Sonne jeden Tag bleicher. Ihre Frage war, was passiert, wenn man den Laden einfach wieder aufmachen würde ? Wer käme dann hinein ? Nun, ich habe bei meinen Foto Kollegen herum gefragt, und ich habe niemanden gefunden, welcher nur im geringsten sich hätte dafür im gleichen Masse begeistern können.

Aber Nicole Gerber hat drei Jahre daran gearbeitet, verhandelt, nicht locker gelassen, war einmal ganz nah am aufgeben. Aber ihr begeisterungsfähiges Wesen hat eine aufgestellte Gruppe von Helfer zusammen gebracht, mich inklusive, welche ohne finanzielle Interessen und mit der gleichen Begeisterung am Projekt mitwirken. Noch am Freitag Nacht wussten wir nicht, was uns am Samstag erwarten würde.

Aber dann blieb uns die Spucke weg: Die Menschenmenge reichte weit in die Badenerstrasse hinein, nahm bis zwei Stunden Wartezeit in Kauf, und zahlte noch 5.– Franken Eintritt, damit sie überhaupt etwas kaufen durfte. Man musste eine Verweildauer von 30 Minuten einführen, damit alle Interessenten zum Zuge kamen. Am nächsten Samstag 9. April und am übernächsten Samstag 16. April geht es mit dem Flohmarkt weiter. Es hat noch Berge voller Ware, Einzelstücke, richtige Seltenheiten und wahre Schätze. Fotografen sind auch gekommen, und haben Artikel für Ihre Sammlung gekauft.

Als Quintessenz bleibt nur noch die Frage, ob wir Fotohändler vielleicht die letzten Jahre den Ueberblick verloren haben. Anstatt das 17396ste Onlineportal ins Netz zu stellen und die Preise noch billiger zu rechnen wäre es vielleicht nicht sinnvoller, sich wieder auf das alte Handwerk zu konzentrieren, oder wie Apple Gründer Steve Jobs betonte, nicht anderen Fussstapfen nachzutreten, sondern eigene Fussstapfen zu setzen ? Ich halte es auch lieber wie der grosse Erfinder Thomas A. Edison: “Many of life’s failures are people who did not realize how close they were to success when they gave up.” „Viele Misserfolge im Leben sind von Menschen, welche nicht erkannten, wie nah sie am Erfolg waren, als sie aufgaben !“